Kameramodus M wie manuell

Aktuelle Kameras haben eine Vielzahl unterschiedlicher Modi. Diese erledigen vieles für dich automatisch. Warum du aber gerade als Einsteiger den manuellen Modus verwenden solltest ließt du in diesem Beitrag.

Ohne Hektik alles verstehen

In den Beiträgen über das richtige Belichten kannst du lesen welche Einstellungen (ISO, Blende, Belichtungszeit) du machen musst, um ein Bild richtig zu belichten. Bei einem Shooting müssen die Einstellung, teilweise unter Zeitdruck oder Stress, richtig sitzen. Langes Überlegen und Probieren geht hier oftmals nicht. Du musst dann genau wissen was zu tun ist (oder die verpasst unter Umständen das Foto deines Lebens).

Im manuellen Modus musst du alle Werte von Hand einstellen. Daher solltest du möglichst viel im manuellen Modus üben, damit dir alle Einstellung und deren Auswirkungen auf das Foto, in Fleisch und Blut übergehen. Jetzt hast du die Zeit und Ruhe – später nicht mehr. Aber verfalle jetzt bitte nicht in grenzenlose Panik. Später kannst du natürlich auch andere Modi an der Kamera verwenden, die dich in einzelnen Bereichen unterstützen. Aber ohne Üben im manuellen Modus wirst du nie richtig verstehen was deine Kamera genau macht. Und vor allem warum sie es so macht. Also Augen zu und durch.

Das Belichtungsdreieck in der Hand

Im Beitrag über das Belichtungsdreieck kannst du nachlesen wie sich die drei Parameter für die Belichtung zueinander verhalten. Nur im manuellen Modus hast du die vollen Kontrolle über alle drei Werte. Somit kannst du auch extreme Lichtsituationen meistern, in denen deine Kamera sonst irgend etwas belichten würde. Aber mit Sicherheit nicht so, wie du es gerne hättest. 

Ich persönlich beginne mit der Auswahl des ISO-Werts. Hierbei starte ich mit dem kleinstmöglichen Wert. Bei den meisten Kameras ist dies ISO 100. Somit erhält man von Bildsensor die bestmögliche Qualität geliefert. Bei höheren ISO-Werten kann es ja zu teilweise starkem Bildrauschen kommen.

Tiefenschärfe oder Bewegung – was ist dir wichtig?

Als nächstes muss eine Entscheidung gefällt werden. Wie soll das Bild später wirken? Soll ein möglichst großer Bereich scharf abgebildet werden oder soll eher der Hintergrund unscharf dargestellt werden? Hier wähle ich dann die gewünschte Blende aus und passe die Belichtungszeit an.

Alternativ kann ich mir auch die Frage stellen ob ich eine Bewegung einfrieren möchte oder lieber Bewegung darstellen möchte. In diesem Fall stelle ich zuerst die gewünschte Belichtungszeit ein und passe die Blende entsprechend an.Für den Fall, dass

Die Waage hilft dir

Als erster Anhaltspunkt für die richtige Belichtung dient die Belichtungswaage. Diese Waage für das Licht zeigt dir bereits im Sucher an, ob dein Foto überbelichtet, unterbelichtet oder korrekt belichtet sein wird. 

Beipiel einer Belichtungswaage
Beipiel einer Belichtungswaage

Häufig wird ein Bereich von sechs Blendstufen (-3 bis +3) angezeigt. Die aktuell durch die Kamera gemessene Belichtung wird durch eine Markierung, hier im Beispiel ein kleines Recht, angezeigt. Je nach Einstellungen der Werte an der Kamera wandert diese Markierung zwischen -3 und +3. Es ist aber auch möglich, dass die Markierung aus dem sichtbaren Bereich verschwindet. Dies ist der Fall, wenn die von dir eingestellte Belichtung extrem zu hell oder zu dunkel gewählt wurde. Die folgenden Beispielbilder zeigen dir das Ergebnis und die passende Anzeige der Belichtungswaage an.

Unterbelichtet
Unterbelichtet
richtig Belichtet
richtig Belichtet
Überbelichtet
Überbelichtet

Zu wenig Licht – und jetzt?

Solltest du mit deinen gewünschten Einstellungen nur ein unterbelichtetes Foto hinbekommen, dann muss entweder mehr Licht her (z.B. ein Blitz oder eine Lampe) oder die Empfindlichkeit des Sensors muss erhöht werden. Also drehe an der ISO-Schraube und erhöhe einfach den ISO-Wert in deiner Kamera. Hier musst du nur drauf achten, dass der ISO-Wert nicht zu hoch eingestellt wird, da die Bildqualität mit höherem ISO-Wert abnimmt.

Jetzt wünsche ich dir viel Spaß beim Experimentieren im manuellen  Modus. Glaub mir, es lohnt sich!

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