Richtig Belichten – Der ISO-Wert

In einer digitalen Kamera befindet sich kein lichtempfindlicher Film mehr, so wie dies bei analogen Geräten üblich war. Der frühere Film wird durch den sogenannten Bildsensor ersetzt. Dieser Bildsensor besteht aus extrem vielen, extrem kleinen Helferlein. Dies sind elektronische, lichtempfindliche Schaltungen, die auf Lichteinfall reagieren und hieraus ein Bild erzeugen. Die Anzahl dieser empfindlichen Helferlein wird in Megapixel angegeben. Das ist der Wert in den Prospekten, mit denen die Hersteller von Kameras zeigen wollen, wie toll das angepriesene Produkt doch ist. Je größer die Zahl desto besser die Kamera möchte man uns glauben machen. Dies stimmt aber nur bedingt. Hierzu aber später mehr in einem Beitrag über Bildsensoren.

Bildsensor einer Canon 70D (grüne Fläche)

Doch jetzt zurück zum eigentlichen Thema. Die Empfindlichkeit der kleinen Helferlein kann in der Kamera eingestellt werden. Dies geschieht über die ISO-Taste. ISO steht hierbei für die Empfindlichkeit des Sensors. Es gilt je größer die Zahl, desto empfindlicher reagiert der Sensor auf Licht. Verdoppelt man den ISO-Wert so verdoppelt man auch die Empfindlichkeit des Sensors. Das Bild wird bei einem größeren / höheren ISO-Wert, bei ansonsten gleichen Einstellungen der Kamera, heller.

Einstellknopf für den ISO-Wert

Warum sollte man denn überhaupt den ISO-Wert verstellen? Ganz einfach – manchmal geht einem einfach das Licht aus. Stell dir eine romantische, dunkle Kirche vor. Oft gibt es hier nur ein paar wunderschöne, bleiverglaste Fenster. Ein paar Kerzen zaubern schönes, warmes Licht. Aber leider auch nur sehr wenig Licht. Der Sensor erhält also nur wenig von dem für ein Foto so wichtiges Licht. Ein Blitz könnte jetzt helfen. Dies ist aber oft in Kirchen nicht erwünscht oder sogar verboten. Andererseits wird die warme Lichtstimmung der Kerzen durch den Blitz zerstört. Jetzt kommt der ISO-Wert und rettet dein Foto. Schraube hier einfach den ISO-Wert hoch. Und du wirst sehen, dass auf dem Foto plötzlich auch wieder etwas zu sehen ist, da der Sensor jetzt viel empfindlicher reagiert und mit dem wenigen, verfügbaren Licht zurecht kommt.

Warum denn nicht immer Vollgas beim ISO-Wert geben?

Warum den ISO-Wert nicht immer auf den maximalen Wert hochschrauben? Wäre doch wunderbar einfach. Das stimmt – aber ein hoher ISO-Wert bringt auch einen gravierenden Nachteil mit sich. Das Bild beginnt zu Rauschen. Wie bitte? Was macht das Bild? Ja, richtig gelesen – es rauscht. So nennt man es, wenn dein Foto so richtig schön matschig wird. Schau dir die beiden Bilder von unserem blauen Flitzer an. Auf dem linken Bild wurde ein ISO-Wert von 100 verwendet. Die Darstellung der farbigen Fläche ist hier sehr schön und in einem gleichmäßigen blauen Ton. Bei rechten Bild wurde ein ISO-Wert von 6400 eingestellt. Dies ist schon ein sehr hoher Wert. Die blaue Fläche hat jetzt kleine, andersfarbige Flecken. Dies ist das ISO-Rauschen oder Bildrauschen. Wir sind uns einig – schön ist anders.

Man muss hier abwägen was einem wichtiger ist. Ein richtig belichtetet Bild, welches recht stark rauscht, oder überhaupt kein Bild. Je hochwertiger deine Kamera ist, desto weniger Rauschen haben deine Bilder bei hohen ISO-Werten. Teste doch jetzt selbst einmal unterschiedliche ISO-Werte damit du für die Zukunft weißt, bis wo du deine Kamera „treten“ kannst.