Richtig Belichten – Die Blende

Die Blende befindet sich nicht in der Kamera, sondern ist im Objektiv eingebaut. Sie besteht aus mehreren Lamellen, die gemeinsam eine annähernd runde Öffnung bilden. Diese Lamellen können verstellt werden, so dass die Öffnung größer oder kleiner wird. Je kleiner die Öffnung ist desto weniger Licht kann durch das Objektiv in die Kamera einfallen. Das Bild wird somit dunkler. Umgekehrt fällt bei einer großen Öffnung entsprechend mehr Licht in die Kamera. In diesem Fall wird das Bild heller.

Die Größe der Blende kann durch die Elektronik im Objektiv in Stufen verstellt werden. Der eingestellt Wert der Blende wird durch Zahlen mit einer Nachkommastelle angegeben. In der Regel stellt man den Buchstaben f vor diese Zahl um auszudrücken, dass man vom Blendwert spricht (z.B. f5.6). Bei der Angabe der Werte gilt, dass eine große Öffnung durch eine kleine Zahl repräsentiert wird. Eine kleine Öffnung wird durch eine große Zahl dargestellt. Also aufpassen und nicht verwechseln!

Wie sieht denn jetzt eine Blende aus?

Hier siehst du beispielhaft ein Objektiv mit den Blendöffnungen f2.0 (große Öffnung – viel Licht – helleres Bild), f9 (mittlere Öffnung) und f22 (kleine Öffnung – wenig Licht – dunkleres Bild). Deutlich zu erkennen sind die Lamellen, durch die der Lichteinfall gesteuert wird.

 

So richtig schön unscharf

Neben der Möglichkeit die Menge des einfallendes Lichtes zu regulieren, kann man mit der Blende die Schärfe im Bild beeinflussen. Der Blendwert hat Einfluss wie viele Bereiche im Bild scharf dargestellt werden und wie viele in einer Unschärfe abtauchen. Man spricht hier von der Schärfentiefe. Eine große Blendöffnung (kleine Zahl) hat zur Folge, dass nur ein ganz geringer Bereich scharf dargestellt wird. Dieser Effekt wird gerne bei der Portraitfotografie verwendet. Somit kann man z.B. die Augen scharf im Bild darstellen. Wenige Zentimeter vor den Augen bzw. hinter den Augen beginnt das Bild unscharf zu werden. Dies sieht in der Regel bei Portraits sehr interessant aus.

Bei einer kleinen Blendöffnung (große Zahl) wird fast alles im Bild scharf dargestellt. Dies ist z.B. bei Gruppenfotos wichtig, bei denen die Personen in mehreren Reihen stehen. Es wäre ja nicht besonders schön, wenn nur eine Reihe scharf dargestellt wird und alle anderen Reihen unscharf sind.

In diesem Bild, das mit einer offenen Blende von f1.8 aufgenommen wurde, sieht man die Schärfe im Bereich der Augen. Bereits bei den Haaren beginnt der Bereich der Unschärfe. Die Mauer ist hier sehr unscharf dargestellt. Hierdurch wird auch der Blick auf das Gesicht gelenkt, da das menschliche Auge immer zuerst auf die scharf dargestellten Bereiche gelenkt wird.

Noch besser sieht man diesen Effekt bei unserem kleine blauen Flitzer. Das Modellauto ist keine 10 cm lang. Beim linken Bild (Blende f2) ist nur der Kopf des Fahrers scharf dargestellt. Stellt man die Blende auf f11 ein, wie beim rechten Bild, so wird fast das gesamte Auto scharf abgebildet.

Zu beachten ist, dass bei einer geschlossenen Blende weniger Licht auf den Sensor fällt. Damit das Bild nicht zu dunkel wird muss man unter Umständen für mehr Licht sorgen. Oder einer der beiden anderen entscheidenden Werte für eine richtige Belichtung anpassen. Entweder den ISO-Wert höher einstellen oder die Belichtungszeit verlängern. Zur Not muss man sogar beide Werte anpassen.