Polfilter

Es gibt ein Nordpol und einen Südpol. Pluspol und Minuspol kenne ich auch noch. Aber was will man da filtern? Und was hat das mit Fotografie zu tun? Ganz einfach, denn ein Polfilter heisst eigentlich Polarisationsfilter. Und der filtert Licht. Was gibt es den da groß zu filtern? Gibt es etwa gutes Licht und schlechtes Licht?

Licht besteht aus verschiedensten Wellen. Je nachdem wie lange oder wie kurz diese Wellen sind erscheinen für uns unterschiedliche Farben. Und diese Wellen verlaufen nicht wie am Meer schön in eine Richtung. Nein, sie schwingen sehr unterschiedlich. Dies nennt man die Ausrichtung oder auch Polarisation.

Im Gleichschritt marsch

Dieses Durcheinander wirkt sich auf unsere Fotos negativ aus. Farben werden ausgewaschen dargestellt oder wir erhalten Spiegelungen. Ein Polfilter kann dem entgegenwirken, indem er nur das Licht mit gleicher Ausrichtung passieren lässt. Hierdurch können Farben deutlich kräftiger dargestellt werden oder Spiegelungen teilweise dramatisch reduziert werden.

Aber warum nur können. Ist dies denn nicht immer der Fall? Leider nein. Es hängt stark von dem Winkel, in dem das Licht auf den Filter trifft, ab. Ein Polfilter ist also eine Wunderwaffe, die leider nicht immer optimal funktioniert? So kann man es sagen. Er funktioniert nicht immer optimal. Ich habe hier zwei Beispiele bei denen man die Wirkung sehr gut erkennen kann. Verschiebe den Regler in der Mitte um den Effekt ohne bzw. mit Polfilter zu sehen.

 

 

Wie verwendet man den Polfilter?

Ein Polfilter besteht aus zwei gegeneinander verdrehbaren Scheiben. Der Polfilter wird auf das Objektiv geschraubt. Um ihn einzustellen muss die äußere Scheibe langsam verdreht werden. Hierbei empfiehlt es sich den Ring mit der äußeren Schreibe aus sich der Kamera gegen den Uhrzeigesinn zu verdrehen. Ansonsten kann sich der Filter vom Objektiv lösen.

Während der Ring gedreht wird musst du durch den Sucher schauen. Du siehst wie sich das Bild verändert. Sobald der Effekt wieder nachlässt muss ein wenig zugedreht werden. Der Filter ist eingestellt und das Foto kann gemacht werden. Wichtig ist, dass der Filter neu eingestellt werden muss sobald sich der Blickwinkel verändert.

Lineare oder zirkuläre Polfilter – das ist hier die Frage

Vom Grundsatz her wären lineare Filter die logische Variante. Das Licht soll ja in einer Richtung polarisiert werden. Bei digitalen Kameras für ein linearer Polfilter aber zu Irritationen des Belichtungsmesssystems der Kamera. Es würden falsche Werte ermittelt und die Bilder wären falsch belichtet. Daher verwendet man bei digitalen Kameras immer zirkuläre Polfilter. Diese filtern zunächst das Licht einer Polarisation und lassen es zirkulierend weiter zum Sensor. Also beim Kauf unbedingt auf zirkuläre Polfilter achten.

Wo ist der Haken?

Wie bei vielem im Leben gibt es auch hier den berühmten Haken. Beim Polfilter gibt es sogar mindestens zwei davon.
Ein Polfilter schluckt Licht. Wenn er seine volle Wirkung entfaltet, also optimal verdreht wurde, dann verliert ihr ein bis zwei Blendstufen. Ihr müsst also entweder doppelt bis vierfach länger belichten oder den ISO-Wert an der Kamera doppelt bis vierfach höher einstellen.
Zudem kann der Polfilter unterschiedlich Stark im Bild wirken. In folgendem Bild sieht man sehr gut wie der Effekt in der Bildmitte deutlich stärker auftritt als an den Rändern.

In der Bildmitte tritt der Effekt deutlich stärker auf

Ein Polfilter ist also keine Immerdrauf-Wunderwaffe. Es ist ein Spezialwerkzeug, dass mit bedacht eingesetzt werden sollte. Besonders zu empfehlen ist er um Spiegelungen zu entfernen. Weil dieser Effekt kann später in der Bildbearbeitung nicht nachgebaut werden.